Pressemitteilung von Kunstakademie und Gesellschaft von Freunden und Förderern e.V. - 4. Oktober 2017
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Bericht aus RP Online 6. Oktober 2017   20.50 Uhr

Trauerfeier

Abschied von Gabriele Henkel

Abschied von Gabriele Henkel

FOTO: Hans-Juergen Bauer 


Düsseldorf. In einer bewegenden Feier erwiesen am Freitag mehr als 200 Trauergäste der

Kunst-Förderin in Düsseldorf die letzte Ehre. Von Hans Onkelbach


Wenn in den vergangenen Jahrzehnten Menschen ihretwegen zusammenkamen, hat Gabriele Henkel nie etwas dem Zufall überlassen, Programm, die Mixtur der Gäste und Sitzordnung sorgfältig durchdacht. Also dürfte es auch jetzt ihr wohl überlegter Wunsch gewesen sein, man möge ihrer mitten in der Düsseldorfer Altstadt gedenken. Und so tat man das am Freitag wenige Meter entfernt von der Kunsthalle, der Kunstakademie, dem Museum K 20 und dem Kom(m)ödchen.

 

Hier begann alles

Dort in der Altstadt hat damals, in den 50er Jahren, schließlich alles begonnen: ihr Engagement für die Kunst, ihre Freundschaft mit Kreativen wie Jörg Immendorff, Markus Lüpertz, Günther Uecker und Heinz Mack. Und dort endete es nun: Mehr als 200 Trauergäste waren in der Andreaskirche, um der am 28. September im Alter von 85 Jahren verstorbenen Gabriele Henkel die letzte Ehre zu erweisen. Erst vor wenigen Wochen, sagte Pater Elias Füllenbach in seiner Predigt, habe er Gabriele Henkel vor einem Nebenaltar in St. Andreas gesehen, als sie Kerzen anzündete. Man habe ihr angesehen, dass es ihr nicht gut ging. Ebenfalls erst vor wenigen Wochen hatte sie ihre Biografie "Die Zeit ist ein Augenblick" veröffentlicht, in der die große weiße Dame des Henkel-Konzerns von dem erzählte, was sie erlebt hatte. Aber auch von ihrer zuletzt wachsenden Einsamkeit.

 

Klaus Doldinger spielt ein Solo

Die Familie hatte zu dieser privaten Trauerfeier all jene eingeladen, die Gabriele Henkel wichtig und nahe gewesen waren. Ein letztes Mal zeigte sich, wie heterogen dieser Kreis der ihr nahe stehenden Frauen und Männer war - hinweg über Ansichten und politische Lager, geografische und andere Grenzen. Künstler wie Heinz Mack, Günther Uecker, Andreas Gursky, Katharina Sieverding, Klaus Staeck und Imi Knoebel standen sichtlich bewegt vor dem mit weißen Lilien und weißen Rosen geschmückten Altar, den einst Ewald Mataré (der Lehrer des Henkel-Freundes Joseph Beuys) geschaffen hat. Jazz-Legende Klaus Doldinger blies ein Gänsehaut auslösendes, klagendes Solo auf seinem Saxophon. Alice Schwarzer traf auf TV-Ikone Alfred Biolek, Ex-Außenminister Klaus Kinkel auf den früheren NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff. Die große Henkel-Familie vertraten unter anderem der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Albrecht Woeste, die aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah und natürlich Christoph Henkel, einziges Kind von Gabriele und ihrem 1999 verstorbenen Mann Konrad.

 

Großartigkeit menschlichen Schaffens

Die Worte des Sohnes über seine Mutter bestätigten, dass diese Frau auch in der Familie so war, wie sie außen wahrgenommen wurde: aktiv, neugierig, kreativ, empathisch, immer auf der Suche nach neuen Erfahrungen und interessanten Menschen, stets beeindruckend, aber auch manchen Angst einflößend. Tief in seiner Erinnerung verankert sind Erlebnisse bei Reisen durch Italien und Frankreich, wo die Mutter den Sohn und den Vater durch Kathedralen und Schlösser schleppte, um ihnen die Großartigkeit menschlichen Schaffens zu zeigen.

Bewundert habe er schon als Kind, mit welcher Energie seine Mutter durchs Leben ging. Häufig habe er sich über seinen Vater Sorgen gemacht, ob der das Tempo seiner Frau durchhält. "Sie hat viel gelebt, viel erlebt und uns viel erleben lassen", sagte Christoph Henkel. Noch heute habe er das Geräusch ihrer elektrischen Schreibmaschine im Ohr, das er nächtelang hörte, wenn sie ihre Berichte für große Zeitungen schrieb. Damals war sie als Journalistin unter anderem für "Newsweek" und "Süddeutsche Zeitung" tätig und Mitglied der Bundespressekonferenz.

 

Sie bat um Spenden

Überhaupt - das Schreiben: Es sei ihre große Leidenschaft gewesen, neben der Kunst und der Musik. Auch diesen Vorlieben entsprach die Trauerfeier: Ein Gedicht von Shakespeare über den Tod eröffnete die Programmbroschüre. Stücke von Schubert, Mozart und Bach schufen den musikalischen Rahmen. Tenor Martin Koch sang eine Arie von Händel. Der Knabenchor aus Ratingen-Hösel vertrat die Nachbargemeinde Düsseldorfs, in der die Familien-Villa liegt.

Auch Gabriele Henkels letzter Wunsch hat mit der Altstadt zu tun: Sie bat um Spenden für die Armenküche der Altstadt.

Quelle: RP
Zeitungsausschnitt RP  Düsseldorfer Kultur C3 - 16.02.2017
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